Ein mad scientist, der dem Nobelpreis hinterherjagt, der erste sein möchte, der einen Uterus transplantiert:

“Jetzt aber muss er sich beeilen, in Tagen wie diesen, da es für jeden Nobelpreisjäger darauf ankommt, den Patienten als Erster auf den Tisch zu zerren. In Tagen wie diesen, in denen jeder seine eigene Frauenleiche im Keller hat.”

Doch Giuseppe, “der Langsame, der ständig Letzte, der hoffnungslose Fall” scheitert wie immer an seinem seltsamen Hobby:

“Er hatte sich ablenken lassen von der Schambeinfuge unter seiner Klinge, wunderschön und schmal, perfekt symmetrisch, so etwas hatte er noch nie gesehen, in seiner ganzen Laufbahn nicht, und er hat sie für seine Sammlung haben wollen.”

Lektor Lars Claßen lobt „Damenschnitt“ als abgründig und witzig, eine eigene Moral verkündend: die der wahren Leidenschaft, so abseitig sie sein mag. Weist paratextuell darauf hin, dass Vera Buck in Zürich Transdiziplinarität studiert, mit besonderem Augenmerk auf der Schnittstelle zwischen Literatur und Wissenschaft.

Also der „Damenschnitt“. Etwas “Parfüm” („Giuseppe schnuppert an dem Einstichloch. Keine Spur von Verwesung, nein, stattdessen Angstschweiß, warm und rot und stechend, und entzückt breitet Giuseppes Lunge ihre Flügel aus, als er den Mund öffnet und inhaliert“), ein wenig “Dr. Mabuse” und “Frankenstein”, aber so richtig aus der Spur läuft er nicht, der Text. Wohlig-skurril, dieser Wahnsinn. Es bleiben die „mikroskopantischen“ Flausen des Doktor G.