Ein Trecker schneidet Gras, ein Mann küsst sein Mädchen – neben den Fleischfetzen des Rehs, das in die Klingen des Mähers geraten ist. Ein Adler, getötet vom Rotor des Windrads oder von einem Jäger, führt zum Ökostreit: “Sie setzen hier diese Monster in die Landschaft und schieben das auf die Jäger, sagt Jan. So sieht das nämlich aus”, fährt der junge Landwirt den älteren Windkraftfirmenmitarbeiter an.

„Ich beuge mich runter und hebe eine Feder auf. Sie ist länger als mein Unterarm. Ich streiche sie glatt und wische mir damit über die Hand. Die Sonne ist hinter den Wald gesunken. Es riecht so sehr nach Heu, dass der Verwesungsgeruch gar nicht auffällt. Unser Trecker ist weit weg. Er steht allein und verlassen da. Ich würde am liebsten hinten auf den Sitz fallen und mich in den Schlaf schaukeln lassen.“

“Reduziert und überaus suggestiv”, wie Lektor Lars Claßen meint, beschreibt Alina Herbing die externen Kosten der erneuerbaren Energien. Alt und neu überkreuzen sich, wie es nicht dem grünen Klischeebild entspricht. Am Schluss wechselt die Protagonistin die Seite, so wenig attraktiv sie – oder vielmehr: er, der Schnauzbart – auch erscheinen mag.

“Sehr konzentrirt, sehr sicher in Gebrauch seiner Mittel” findet Claßen den Text, voller “Traurigkeit, die zwischen Zeilen hervortritt”. Mindestens die Hälfte der Bloguerilla meint: eine Favoritin.

P.S., weil’s mir beim ersten Lesen so entgegenschoss: “Ein Reh springt vor dem Trecker aus dem Gras. Es rattert.” Ratterndes Reh? Yeah – Nebenbeipoes(i)e.