Seit Mittwoch nun im Rausch gewesen, kaum ein Gespräch, das nicht bald schon sich ganz um all das drehte, was wir doch eh den ganzen Tag um uns hatten und wozu keiner, auch nicht mit noch so viel Mühe etwas Neues zu sagen wusste. Aber darum geht es auch nicht immer. Manchmal tut es auch einfach gut, dass die oder der e s gesagt haben. Gedachte habe ich das alles ja schon selbst – wenn’s andere dann auch noch sagen, das ist schön.
Schön war es dass Verena Güntner von den anderen auch so gerne gemocht wurde – zumindest von fast allen. So vielen immerhin, dass wir uns sicher waren, dass sie unbedingt einen der Preise würde bekommen müssen! Zu sehr überzeugte der Text, zu sehr gefiel der Vortrag, zu sehr mochte man die Autorin. Sicher, die beiden letzten Punkte zählen nicht: der eine, weil er nichts mit Literatur zu tun hat, der einer andere, weil er in Klagenfurt nichts mit Literatur zu tun haben soll, wie die Jury immer wieder versuchte klarzustellen – nur um bei der nächsten Lesung doch wieder den Vortrag zum Thema zu machen. Und seien wir ehrlich, was wäre Ze de Rocks Text ohne Ze de Rocks Vortrag gewesen. Eben! Und seien wir noch einmal ehrlich, wann gab je ein sympathischere Gewinnerin als Katja Petrowskaja, die schlicht bezauberte. Das sind keine literarischen Maßstäbe, aber es sind sehr wohl Umstände von Literatur – und ganz sicher vom Bachmannpreis 2013. Denn nicht nur Verena Güntner und Katja Petrowskaja, sondern auch Roman Ehrlich, Benjamin Maack oder Joachim Meyerhoff überzeugten in den Kategorien Text, Vortrag, Autor. Mag man sonst auch schimpfen, was hat das denn damit zu tun?!, in Klagenfurt hat es damit zu tun.

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