Denis Scheck gefällt sich in der Rolle des gnadenlosen Kritikers, der in die Tonne haut, was ihm nicht passt. Nun gut, viele schätzen ihn dafür. Er bezieht klar Position und laviert nicht herum, dass nur ja niemand verletzt wird. Auf Deutschlandradio nennt man das: „... scharfzüngige Literaturkritik zwischen Stand-up-Comedy, literarischem Feuilleton und Videoclip … er [lobt] forsch-frech und lustvoll Bücher, sie aber auch genauso meinungsfreudig und mit Furor in die Mülltonne tritt.

Meist wird das amüsiert zur Kenntnis genommen, es sei denn, der Spaß wird zur Minstrel-Show. Am Ende des Tages ist das alles dann wohl vor allem ein Kampf um Aufmerksamkeit. Wie sonst kann man verstehen, was Scheck nun zur Auszeichnungen Terézia Moras mit dem Deutschen Buchpreis gesagt hat: “ … das Ungeheuer ist die Autorin, eine ungeheuerliche Fehlentscheidung …“ Anders hätte sonst wohl niemanden mehr interessiert, was noch ein Kritiker zu einem Preis zu sagen hat, über den andere Kritiker entscheiden. So aber hat Scheck für ein paar Stunden wieder alle Aufmerksamkeit für sich. Eigentlich aber möchte man ihm zurufen: Na, na, na! Etwas mehr Contenance.

 

©tesla42.de, 2011

©tesla42.de, 2011