Und dann war Juni. Das Poesiefestival fing an und war auch bald schon wieder vorbei. Michel Krüger war auch da. Kurz danach gab der Publishing Perspectives ein Interview, in dem er feststellte:

The Nobel Prize should be given every month, so that at least twelve writers a year could go to Stockholm. … But the problem is that most of the readers love bad books. … It is depressing that there are publishers in this world who don’t like to read the books they publish.

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In der Zwischenzeit wurde Berlin zur internationalen E-Book Stadt erkoren und Klagenfurt dachte sich: lei lassn. Das Feuilleton und andere mit Seepferdchen reagierten empört, man forderte den Einsatz von Blauhelm-Truppen am See.

Klagenfurter Ampelpärchen.

Klagenfurter Ampelpärchen.

Als dann Juni war, war auch Klagenfurt. Es schien, als wollten alle noch einmal dabei sein. Bevor es aber so richtig los ging, lieferte der Bewerb wieder einmal den besten Bewies dafür, dass sich zumindest einiges ändern muss, wenn es so bleiben soll wie es ist: die Autorenvideos.

Auch bevor es richtig losging: Köhlmeiers Rede gegen die Literaturkritik. Winkels und Spinnen gefiel sie gar nicht. 

Als es dann nach ein paar Tagen auch schon wieder zu Ende war, blieben in Erinnernung: Katja Petrowskaja, Verena Güntner und der Herr Generaldirektor Wrabetz. Der verkündete nämlich zur besten Sendezeit, dass es weitergeht. Die Drohung, dass alles poppiger wird, will man bis dahin ignorieren.

Auf der Heimreise im Zug viele Gedanken – und die Frage, was wäre passiert, hätte Lisicki gewonnen?

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Zu Hause angekommen gab’s einen Artikel von Jochen Jung über Autorendarsteller zu lesen; Denis Johnson schriebt: ”Amazon ‘declares war’ on book industry“; Felicitas von Lovenberg fragt deshalb in der FAZ: “Formiert sich endlich Widerstand gegen den globalen Rabattkrieg des Unternehmens?”. Endlich waren sich alle einig und ein paar trauten es sich zu sagen: Amazon ist böse.

Paris, 2011

Paris, 2011

Dann mussten die Lektoren ran, denn in der Zwischenzeit war August und der Einsendeschluss für den 21. open mike vorbei. Als dann die Longlist für den Wilhem-Raabe-Preis bekannt gegeben wurde, las die sich wie eine bessere Fassung von der für den Deutschen Buchpreis.

Die Buchbranche ist schon ein lustiger Haufen: Kolja Mensing schrieb einen Artikel, für den der Buchreport ihn am liebsten verklagt hätte. Die trauten sich dann nicht so recht, schienen aber heil froh, als ein anderer es tat. Warum? Mensing hatte im Tagesspiegel und in der ZEIT mit einem der Betreiber der größten deutschen Plattform für illegalen E-Book-Download, boox.to, ein Interview geführt, in dem der Typ nur dummes Zeug redete. Aber das war nicht der Grund für die herbeigesehnte Klage.

Der September ist schnell abgehackt: Buchmessenvorbereitungen, open mike Vorbreitungen. Im Oktober fingen wir dann an, womit wir schon vorher hätten anfangen wollen. Wir kamen nur nie dazu: Nicht nur immer die Indie-Verlage bejubeln, sondern auch endlich mal wieder die Zeitschriften. Bisher Edit und Bella triste.

Der Deutsche Buchpreis wurde dann auch noch vergeben, die Verleihung im Römer war wieder einmal der Beweis: Literatur muss keinen Spaß machen, sie muss nicht unterhalten, sie kann auch weh tun. Wobei die Organisatoren der Veranstaltung das falsch verstanden haben müssen: es sollte nicht für Preisverleihungen gelten! Egal, am Ende hat Terézia Mora gewonnen und alle waren einverstanden, bis auf Denis Scheck. Der hatte vorher nichts zu sagen, nachher fragte ihn niemand, da musste er seinen Ruf als gnadenloser Kritiker, der in die Tonne haut, was ihm nicht passt, eben selbst retten. ” … das Ungeheuer ist die Autorin, eine ungeheuerliche Fehlentscheidung …” Kleiner Mann, etwas mehr Contenance.

© Petra Gass

© Petra Gass

Im November dann open mike, der 21te.

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Im Dezember bekam der Verbrecher Verlag den Kurt-Wolff-Preis, mairisch den Förderpreis. Wir freuen uns heute noch darüber!

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Das war’s so ungefähr.