Konzise und konzentriert kreisen die dreizehn Gedichte von Özlem Özgül Dündar um die Frage, wie Worte entstehen – und wie sie beim Empfänger ankommen.

„wenn die moleküle flimmern in den zellen die meine gedanken machen sollen wenn zwischen synapsen kurzschlüsse funken flackern machen … und keine worte durchdringen die ich sprechen kann“

Zerebral-kortikale Poesie, der Versuch, sich mitzuteilen und den Anderen sprachlich zu erreichen.

„wenn die worte aus / deinem mund fallen aus dei / nem mund stolp / ern wenn du in großen bögen / zu mir stolperts mit worten d / ie ich n verstehe“

Körper beugen sich unter den Worten, das lyrische Ich schürft sich wund am Du, doch die Distanz ist sprachlich nicht überwindbar.

In Blocksatz wie in einer Zeitungsspalte gesetzt, mit den Kürzeln „n“ und „u“, die man bald, unbewusst lesend, zu „nicht“ und „und“ ergänzt. Gut gebaute Gedichte. Dündar liest sie ruhig, gleichmäßig, fokussiert – und das Nervöse, Zerrende, Flimmernde ihrer Texte geht verloren, das Auseinandertreten von entschiedener Formgebung und sich entziehendem, zuckendem Inhalt überträgt sich nicht. Es bleibt für mich ein von konkreten Bildern abgehobenes Kreiseln. Schade. Denn beim Selbstlesen: ein Favorit.