Auch im Sommer 2015 erscheinen wieder viele spannende Prosa- und Lyrikdebüts. Einige von ihnen stellen wir in den kommenden Wochen vor. Den Autoren haben wir ein paar Fragen zur Literatur und Person gestellt.
Heute: Juan S. Guse

Gated Communitys, Prepper und freikirchliche Prediger. Ein schwindelerregender Roman über die Zukunft, in der wir längst leben.

Die Sicherheitsvorkehrungen in Nordelta wurden erhöht. Reiterstaffeln patrouillieren durch die Straßen, die Wachmänner tragen letale Waffen. Seit zehn Jahren wohnt Pelusa mit ihrer Familie in der Gated Community nördlich von Buenos Aires. Nach ihrer Zeit in den Anden genießt sie das sichere Zusammenleben mit den freundlichen Nachbarn. Doch als gewaltsame Unruhen Nordelta zu erreichen drohen, entwickelt sich unter den Bewohnern ein Klima der Angst. Während Pelusas Mann Hector vom Bau unterirdischer Bunker träumt, hat ihr Sohn Henny längst Pläne für eine Mondbasis zur Rettung der Menschheit entworfen. In seinem Debütroman beschreibt Juan S. Guse eine Gesellschaft in Alarmbereitschaft und erzählt von Orten der Leere und Hysterie, in denen die Lebensentwürfe seiner Figuren zu scheitern drohen.

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Was bedeutet literarische Tradition für dich? 
Grundsätzlich nichts, ist ja auch nur ein reproduzierender Transfer, oder? Der kann mal schöner, mal restaurativer sein.

 

Was wäre für dich das größte Unglück? 
Die Frage verstehe ich nicht. Soll sie die Kehrseite der Frage sein, die man in den 80er Jahren Schönheitsköniginnen und Schönheitskönigen gestellt hat, nämlich, was sie sich denn am meisten auf der Welt wünschen (»Weltfrieden«)?

 

Was möchtest du sein?
Ein guter, ein normaler Typ.

 

Was soll man nach der Lektüre (Ihres Buches) machen? 
Ein besseres Buch lesen, vllt. mal was Gemeinnütziges tun oder so.

 

Deine gegenwärtige Geistesverfassung?
Unschlüssig.