Ockerfarben die Einfahrt: es ist ein stark abgemildertes Gelb. / mit Brauneisen (mit Quarz & Kalk – satte Gruppierungen / für ein namenloses Gebiet. die Dinge verweigern sich: sie / verweigern jede Auskunft.

Edward Hopper hat die Künste seit je her inspiriert. Peter Handke hat sich ausgiebig mit ihm beschäftigt, genauso wie sein filmischer Kompagnon Wim Wenders. Hoppers Interesse gilt den Orten des Verkehrs, der Stadt und ihren Ausläufern. Obwohl seine Motive in unserer Gegenwart harmlos erscheinen, die Vorgänge, die er beschreibt, könnten nicht relevanter sein: Urbanität, die mit geometrischer Strenge Naturwelten durchschneidet. In Form von Ekphrasen nähert sich der Autor dem Hopper’schen Werk und erreicht dabei Erstaunliches: Das Werk eines Malers einzufangen und gleichzeitig den Sound unserer Zeit einzufangen. Beim Lesen meint man ein Gefühl für die Disharmonie zu bekommen, die unsere Großstädte durchweht.

Reto Ziegler betont in seiner Vorstellung, wie traditionsreich es ist, sich in der Lyrik Gedanken über die Darstellung der bildenden Kunst zu machen. Doch wie Ziegler sehr richtig feststellt: Der Autor will nicht einfach nur Beschreiben, sondern macht die Brüche, die Edward Hopper in seinen Bildern sichtbar macht, für die Lyrik als poetologisches Prinzip fruchtbar.

Fragen nach Verbindung. Fragen nach Anordnung: / für Leitbündel. für Rhizome. für Ruptur. & nicht nur / die Sehenden (Schauenden) benötigen: Modi. Struktur. / ein grundsätzliches Vertrauen scheint oft erwünscht. doch was / bringt der Abend?

Maxwill hat einen sensiblen Sprachgeist und macht intelligente Beobachtungen: Die Natur findet in der Moderne als Abstraktes wieder Einlass in die Kunst. Das Rhizom als Wurzelwerk und Ordnungsbegriff zeigt unsere Beziehung zur Natur und welche Folgen das für die Lyrik hat. In dem Moment, wo wir sie aus unserem Leben gedrängt haben, taucht sie als philosophische Beschreibungssprache wieder auf. Arnold Maxwill: Ein Favorit.