Auch im Frühjahr 2016 erscheinen wieder viele spannende Prosa- und Lyrikdebüts. Einige von ihnen stellen wir in den kommenden Wochen vor. Den Autoren haben wir ein paar Fragen zur Literatur und Person gestellt.
Heute: Stephan Reich


 

Zwei Freunde und ein letzter gemeinsamer Sommer, nach dem es nie wieder so sein wird wie zuvor
Sommer in der Provinz. Seit Kindheitstagen sind Erik und Finn beste Freunde, aber nach den Ferien werden sich ihre Wege trennen: Während Erik eine Lehre bei seinem Vater auf dem Postamt beginnt, muss Finn die Schule wechseln und nach Hamburg ziehen. Jetzt bleiben den beiden sechs Wochen, in denen sie es noch einmal so richtig krachen lassen wollen – doch je näher der Abschied, desto düsterer die Stimmung. Die Partys werden zu Saufgelagen, Streiche zu Straftaten, und das Gefühl der unendlichen Freiheit weicht der Angst vor der Zukunft ohneeinander. Bis irgendwann nicht mehr klar ist, ob Erik und Finn dasselbe meinen, wenn sie vom Ende der gemeinsamen Zeit sprechen …

Hart, unsentimental und berührend, mit Witz und einem guten Ohr für blitzschnelle Dialoge, erzählt Stephan Reich von der Jugend, der Liebe und – vor allem – von einer besonderen Freundschaft.


 

Was bedeutet literarische Tradition für Sie?
Das Echo der anderen in den eigenen Texten.

 

Ihr Motto?
Eigentlich habe ich keins. Aber der weise DMX rappte einst: »You gonna start something, there’s gonna be something.« Das hing auf ein Post-it gekritzelt an der Wand vor meinem Schreibtisch, während ich »Wenn’s brennt« schrieb. Und was soll ich sagen: Er hatte recht.

 

Was wäre für Sie das größte Unglück?
Da möchte ich lieber gar nicht drüber nachdenken. Wahrscheinlich hätte es aber ohnehin nichts mit Literatur zu tun. (Falls doch, reiche ich die Antwort nach.)

 

Was möchten Sie sein?
Ach, ich bin zur Zeit ganz zufrieden.

 

Wem erzählen Sie Ihre Geschichte?
Gerne allen, die sie lesen wollen.

 

Was soll man nach der Lektüre (Ihres Buches) machen?
Am besten nicht das, was die Protagonisten des Buches wahrscheinlich tun würden: eine Flasche Schnaps trinken und marodierend durch die Stadt ziehen. Eher das Buch zur Seite legen, mit einem Gefühl tiefster Zustimmung nickend in die Ferne sehen und anschließend sämtlichen Freunden und Verwandten ein Exemplar bestellen. Wahlweise kann dann immer noch eine Flasche Schnaps getrunken und/oder marodiert werden.

 

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Irgendwo zwischen euphorisch und nervös.