Auch im Frühjahr 2016 erscheinen wieder viele spannende Prosa- und Lyrikdebüts. Einige von ihnen stellen wir in den kommenden Wochen vor. Den Autoren haben wir ein paar Fragen zur Literatur und Person gestellt.
Heute: Michael Sieben


Erster Satz (des Buches)?
Mein T-Shirt ist voller Flecken.

Was bedeutet literarische Tradition für Sie?
Klingt wie die Abschlussfrage einer Kursarbeit in Deutsch-Leistung. Der Begriff „literarische Tradition“ ist für mich daher eher abschreckend.

Ist Literatur essentiell?
Wenn genug zu essen und zu trinken im Haus ist, dann ja. Gilt natürlich nur für mich selbst.

Ihr Motto?
Sometimes the same is different. Mostly it’s the same. (Josh Homme)

Was wäre für Sie das größte Unglück?
Tod, Krankheit in der Familie.

Was möchten Sie sein?
Meistens das, was ich gerade nicht bin.

Wem erzählen Sie Ihre Geschichte?
Denen, die Lust auf Geschichten haben.

Was soll man nach der Lektüre (Ihres Buches) machen?
Mir eine ausführliche Kritik mailen. Oder eine nicht so ausführliche. Im besten Fall vor lauter Spaß am Lesen direkt das nächste Buch anfangen.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Teilweise desorientiert.


Ponderosa. So nennen Kris, Josie und Juri die verlassene Hütte am Rand der Siedlung. Sie ist ihr geheimer Ort, schon seit Jahren. Hier können die Freunde reden. Rauchen. Die Matratze auf den Hügel ziehen und einfach in den Himmel starren. Alles ist gut, findet Kris. Nichts muss sich ändern.
Und doch fühlt es sich anders an, seit kurzem. Wenn er an Josie denkt, ist da etwas Neues. Wenn er mit Juri redet, hakt es einfach nur. Vor allem seit sie versuchen, Josies verschwundenen Nachbarn aufzuspüren. Als Kris durch Zufall mehr über den Alten erfährt, geht er der Sache nach – allein. Und bringt damit Ereignisse ins Rollen, die wirklich alles verändern. Unwiderruflich.

Michael Sieben, geboren 1977, studierte Wirtschaftswissenschaften in Mainz, Köln und Paris und lebt seit 2006 mit seiner Familie in Berlin. 2011 war er unter den Finalisten des Open Mike. „Ponderosa“ ist sein Debütroman.