IsabellaJuliaStefan

Und zum Zweiten: Der Rest der Blogredaktion wird vorgestellt, namentlich Julia Tautz, Isabella Caldart und Stefan Diezmann. Der erste Wurf mit Lara Sielmann und Juliane Noßack ist hier zu finden.

 

Julia, gegoogelt von Stefan:

JuliaWer ist Julia Tautz? Google wird’s schon wissen, denke ich mir und tippe den Namen ein. Gleich poppen zwei Ergänzungen im Suchfeld auf: Genthin, Potsdam. Falsche Fährten, wie sich noch herausstellen soll. Genauso wie die Julia Tautz aus Wanzleben, deren Facebook-Profil Google mir vorschlägt.

Die Bilder führen dann aber in die richtige Richtung, wobei es natürlich hilft, dass ich Julia schon ein wenig kenne. 54stories und Prosanova tauchen auf, da macht man schon mal nichts falsch. Zurück auf der Google-Hauptsuche gesellt sich dann noch Les Flâneurs, überall war oder ist Julia als Autorin oder Redakteurin unterwegs und schreibt über Themen wie Nacktbars, die Farbe Pink oder Techno auf Käsetoast. Aus ihrem Steckbrief dort erfahre ich auch noch, dass sie wohl aus Wuppertal kommt, mal in London gelebt hat (ein Eintrag des Goethe-Institut London wird dies später bestätigen), auf Hängematten und analoge Fotografie steht. Moment, Fotos? Da war doch was: Vorher waren mir diverse verstreute Fotocredits ins Auge gefallen. Passt! Und dann, weiter unten und noch eindeutiger stoße ich auf die Ausstellung photobookNOW!, die sie mitkuratiert hat.

Neben aller kulturellen Arbeit finde ich auch Spuren von Brotarbeit im Netz, die Firma WBS Training AG und das Portal Hallo Karriere! listen eine Julia Tautz als Redakteurin. Die Informationen sind aber zu spärlich, um wirklich sicher zu sein.

Ab jetzt wird es undeutlich, die Einträge älter, das Signal schwächer. War es etwa diese Julia Tautz, die 2009 und 2010 diverse Reitprüfungen auf einem Pferd namens »Smokey 351« ablegte? Vollkommen unverständlich, dass mir das Portal rimondo, das diese Prüfungen verzeichnet, bisher kein Begriff war. Aber geographisch gesehen ist es doch eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher, weil gleich bei Wuppertal verortet, scheint dagegen ein Engagement im Schülerkabarett Notbremse. Vom Namen des Kabaretts sowie den Titeln der Programme her, an denen sie wohl beteiligt war, lässt sich darauf schließen, dass hier zumeist auf Kosten der armen Deutschen Bahn gelacht wurde. Wer sollte es ihnen verdenken.

Damit versiegt die Spur, ich bin am Ende angekommen und gespannt, wie viel Wahres in diesen paar Absätzen steckt

Ganz schön unheimlich, wie weit du gegraben hast. Diese Datenspuren im Internet sind mir wirklich suspekt. Aber ja, erstaunlicherweise stimmt alles, bis auf diese Reitprüfungen mit »Smokey 351« … Tatsächlich hatte ich mal eine kurze Pferdemädchen-Phase mit 12, bis mich ein Shetlandpony abgeworfen hat und ich mir den Arm gebrochen habe. Das war’s dann mit meiner Reitkarriere.

Seit Hildesheim und Prosanova 2011 haben es mir Festivals einfach angetan, was man dem Nacktbar-Artikel auf Les Flâneurs vielleicht anmerkt. Deswegen habe ich auch zwei Jahre ehrenamtlich bei analogueNOW!, einem Festival für analoge Fotografie, mitgearbeitet. Und ja, ich habe als Werkstudentin eineinhalb Jahre für Hallo Karriere geschrieben, in einem sehr tollen Redaktionsteam, das mir sehr ans Herz gewachsen ist.

Eine Korrektur muss ich noch machen: Kabarett Notbremse hat wesentlich mehr geleistet, als sich einfach nur über die Deutsche Bahn lustig zu machen. Eher haben wir damals mit selbstgeschriebenen Nummern sehr bitterböse Satire gemacht.

Kabarett war mein erster Berührungspunkt damit, wie man auf kreative Art und Weise Kritik üben kann. Hätte ich sonst Kulturwissenschaften studiert? Never forget your roots! Danke Google. <3

 

Isabella, gegoogelt von Julia:

IsabellaWer ist Isabella Caldart? Ihr Name lässt jedenfalls nicht auf viele digitale Doppelgängerinnen schließen – oder irre ich mich?

Als allererstes lande ich auf ihrer eigenen Website, die mir bereits vieles verrät: Germanistik-, Soziologie- und Romanistik-Studium in Frankfurt am Main, Bloggerin auf novellieren.de und neben Spanisch spricht sie auch Katalanisch – hat sie wohl mal eine Weile in Barcelona gelebt? Und was sie alles kann! Und was sie alles schon gemacht hat!

Sie ist Bloggerin und freie Lektorin, beispielsweise dankt Torsten Seifert ihr für das Lektorat zu Wer ist B. Traven, beim Tropen Verlag erschienen. Und auch als freie Journalistin ist sie unterwegs: Beim Freitag, der taz, Prenzlauer Berg Nachrichten, Merkurist, Missy Magazine, littafin, resonanzboden oder auf ze.tt, wo sie darüber geschrieben hat, wie es ist als schwuler Mann in Georgien zu leben. Generell habe ich den Eindruck, dass sie gerne über LGBTQ-Themen, Literatur, spanische Kultur und Filme schreibt. Auf der Seite vom Deutschen Buchpreis steht, dass man mit ihr Pferde stehlen, Bier trinken und sehr gut über Literatur sprechen kann. Und die Teamseite des Magazin ]trash[pool verrät mir, dass sie ein Belletristik-Volontariat bei Klett Cotta absolviert hat. Ah, da kann ich direkt Rückschlüsse zum Tropen Verlag ziehen. Ich Detektiv!

Ein Buch hat sie auch schon rausgebracht: JuLip, ein Erzählband zum Frankfurter Literaturpreis. Aber nicht das einzige Buch: Eine komparatistische Studienarbeit (Note 1,3) über Kondomwerbung in Deutschland und im subsaharischen Afrika finde ich auch. Und noch eine Studienarbeit zu Ulrike Meinhof. Wow! Außerdem hat sie mal eigene Prosa auf 54stories veröffentlicht.

Aber: Das scheint alles auch die Isabella Caldart zu sein, namentliche Doppelgängerinnen gibt es wohl nicht. Oder hat sie wirklich auch die Rezension auf myfanbase.de über Vampire Diaries geschrieben?

Hui, es ist als Freiberuflerin zwar ganz in meinem Sinne, dass ich präsent im Internet bin und schnell gefunden werde – trotzdem ist es ein wenig gruselig, was Google weiß, denn bis auf zwei Arbeitgeber (litaffin und resonanzboden) stimmt alles, was Jule über mich herausgefunden hat. Bei JuLip, dem Frankfurter Jugendliteraturpreis, war ich 2017 am Korrektorat der Texte beteiligt und hatte 2018 den Juryvorsitz, deswegen stehe ich als Mitherausgeberin dabei; die beiden Studienarbeiten sind simple Hausarbeiten, also nicht so spannend. Ich wollte damit online ein wenig Geld verdienen, aber Pustekuchen. Katalanisch kann ich zumindest der Theorie nach – ich habe in der Tat in Barcelona gelebt (mehrfach) und in Frankfurt Katalanistik studiert. Das Sprechen fällt mir trotzdem schwer 😉

Meinen Hauptarbeitgeber ist aber nicht auf den ersten Blick ersichtlich: Vergangenes Jahr war ich in der Tat Buchpreisbloggerin, deswegen ist Jule darauf gestoßen. Seit diesem Jahr betreue ich für den Deutschen Buchpreis die Social-Media-Accounts, also Facebook, Twitter, den Blog und ab 2019 auch Instagram, was fast keiner weiß. Zum Glück: Bei aller Sichtbarkeit kann ich nämlich auch hinter den Kulissen bleiben, wenn es der Job erfordert.

Wer diese Vampire Diaries-Isabella Caldart ist, frage ich mich ebenfalls. Man munkelt, sie habe auch über Gossip Girl geschrieben. Sachen gibt’s!

 

Stefan, gegoogelt von Isabella:

StefanBevor ich nach Stefan Diezmann in Google suche, muss ich zugeben: Wir kannten uns bereits vor der Arbeit beim open mike. Wer jetzt glaubt, dies würde meine Aufgabe erleichtern, der irrt. Mir bleibt nämlich nichts anderes übrig, als das magere Halbwissen, das man gemeinhin von seinen Bekannten hat, schriftlich vor aller Welt zu offenbaren.

Ich glaube, Stefan kommt aus NRW und ich weiß, dass er beim Wallstein Verlag war. Was genau er da gemacht hat – keine Ahnung. Ich weiß, dass er diesen Sommer ein halbes Jahr lang in Indien lebte, da er inzwischen für den Wissenschaftsverlag De Gruyter arbeitet (immm… Vertrieb oder so), und die Mitarbeiter vor Ort geschult hat. Und zuletzt weiß ich, dass er dieses Jahr mit Juliane Noßack und ihrem gemeinsamen Blog Poesierausch offizieller Blogger für den Deutschen Buchpreis war, daher kennen wir uns auch. Er hat fast die ganze Shortlist besprochen, Respekt.

Wenn man Stefan googelt, verweisen drei der ersten vier Hits auch auf den Buchpreis (und der weitere auf den Blog des open mike, haha). Interessant wird es für mich ab dem fünften Treffer: Wallstein. Es ist eine Meldung vom BuchMarkt, die besagt, dass es einen Nachfolger für Stefan gibt, der Lektorat und Herstellung bei Wallstein macht. Hat Stefan auch als Lektor gearbeitet? Und ähem, er ist Hersteller und nicht im Vertrieb. Was Google sonst verrät: Mit Poesierausch war er dieses Jahr beim Blogbuster dabei, stimmt. Und, uh lala, ihm wird im Stefan Zweig-Handbuch gedankt – ach so: Es ist bei De Gruyter erschienen. Na ja. Weitere De Gruyter-Dankeschöns, ein kurzes Statement zum Prosanova-Festival, er hat einen Text in der Literaturzeitschrift die horen veröffentlicht und – aha! – auf 54books bezeichnet er sich selbst als »Musiker«. Na, an der Karriere musst du noch arbeiten, Stefan, dazu findet man ja gar nichts.

Was ich stattdessen finde: eine Adresse aus Grevenbroich, was in der Tat in NRW liegt. Die seiner Eltern womöglich? Stefan war außerdem auf Google Plus, einer der wenigen, die sich da angemeldet haben. Und das mit vollem Namen, während er auf Facebook seinen Nachnamen abkürzt. Das war’s, spätestens ab Seite 3 wird es langweilig und auch die Bildersuche ist unergiebig.

Halten wir fest: Ich habe mehr über Stefan Diezmann im Internet gefunden, als ich erwartet hätte. Die Ergebnisse selbst bringen mich ihm als Menschen aber nicht näher, nur seiner jeweiligen Funktion.

Respekt, Isabella! Da konnte Google am Ende ja doch einiges Halbwissen bereinigen. Vor allem über den Wechsel vom Vertrieb – Hilfe! – in die Herstellung freue ich mich doch sehr. Der Lektor stand zwar mal mit auf einer meiner Visitenkarten, das würde ich aber nicht zu groß schreiben. Die Musik dagegen funktioniert einfach sehr anders als Bloggen oder Verlagsarbeit, da kann man sich nämlich immer schön hinter einem irgendwie nichtssagenden Bandnamen verstecken und bleibt unsichtbar. Nimm das, Google!

Bei Grevenbroich und Google Plus hat dich Google dann aber doch in eine sehr verständliche Irre geführt, und zwar zu meinem gleichnamigen Onkel. Ein Dank gilt an dieser Stelle meinen Eltern für die Kreativität bei meiner Namenswahl!