Arndt findet sich in einer surrealen Situation wieder: Nicht nur, dass ihm Gott erscheint (als »flackerndes Hologramm«, nanu!), es liegt auch an ihm, das Überleben so vieler Spezies wie möglich zu sichern. Eine Flut naht und Arndt soll eine Arche bauen, die Arche Arndt eben. Einen Monat hat er Zeit dafür. Und auch er ist an die Auflagen gebunden, auch er darf neben ihm nur eine weitere Person retten. Nur wen wählen – die hübsche Kassiererin, die Exfrau, die Tochter?

Er wusste sofort, dass es Gott war, weil es eben so Dinge gibt, die weiß man einfach, wenn man sie sieht.

Es ist zwar kein allzu originelles Szenario, das Lennart Schaefer in »Arche Arndt« entwirft, aber eines, das große Handlungsvielfalt ermöglicht. Das gelingt ihm allerdings nicht zur Gänze. So wirkt der Sprung von einem Monat, vom Erscheinen Gottes zu Arndts Deadline, auch in der gebotenen Kürze zu abrupt. Was Arndt in dieser Zeit umtreibt, erfahren wir nicht. Auch scheint er generell mehr am Flirt mit der Kassiererin interessiert als an der Aussicht, dass unsere Welt dem Untergang geweiht ist. Und wie er es nach einem gescheiterten Versuch, Tiere aus dem Zoo zu retten, am Ende doch zu einer Wohnung voller Tiere bringt, bleibt unerzählt.

»Welches Tier würden Sie retten, wenn Sie nur begrenzt Platz hätten?«

Der stärkste Teil der Kurzgeschichte ist der, in dem Schaefer von dem eher komödiesken Ton abweicht und Arndt vor seinen eigentlichen Konflikt stellt. Nicht vor den Bau einer Arche, sondern die Beziehung zu seiner Tochter Lara oder vielmehr die Nichtexistenz dieser.

Obgleich dieser Text zu unausgegoren ist, um vollständig zu überzeugen: Lennart Schaefer hat mit seinen jungen 20 Jahren (kein Tippfehler!) mehrere Verlagspraktika gemacht, betreibt einen Literaturpodcast und hat bereits an einigen Schreibseminaren teilgenommen – er wird seinen Weg gehen.