Mascha Unterlehberg

Mascha Unterlehberg, *1990 in Mülheim an der Ruhr, studierte Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte in Freiburg und Paris und hat am Theater Freiburg sowie am Theater Basel gearbeitet. Seit September 2019 studiert sie Literarisches  Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel.

Wann schreibst Du am liebsten?
Morgens und vormittags und manchmal nachts. Wenn niemand im Haus ist und mit einer großen Kanne Tee.

Wer liest Deine Texte zuerst?
Oft mein Vater, immer Menschen, die mir nah sind.

Was bedeutet Literatur für Dich?
Ganz schön viel. Geborgenheit auf jeden Fall und ein Umschlossen sein von fremden Welten.

Was wäre, wenn Dir jemand die Möglichkeit zu Schreiben wegnähme?
Dann würde ich malen.

Was würdest Du anders machen, wenn du wüsstest, dass Dich niemand beurteilt?
Immer als erstes leere Tanzflächen stürmen.

Dein gegenwärtiger Geisteszustand?
Frische Luft wär schon gut, aber jetzt nochmal aufstehn …

Erster Satz Deines open mike-Textes?
Arno liegt in der Sonne, seine Augen sind geschlossen.

Schon aufgeregt vorm Auftritt? Wie bereitest du dich vor?
Ja klar! Berlin-Reiseführer lesen.

Dein aktueller Buchtipp und warum?
Jonas Hassen Khemiri: Alles, was ich nicht erinnere. Weil es zeigt, wie subjektiv und widersprüchlich Vorstellungen von Wirklichkeit sein können.

Schick uns ein Bild von Deinem Lieblingsarbeitsplatz und schreibe etwas dazu.
Hier schreibe ich manchmal.

Mascha Unterlehberg wurde ausgewählt von Nadya Hartmann­­.

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Angie Volk

Foto: © Lukas Papierak

Angie Volk, *1989 in München und zog mit fünf Jahren in den Berliner Speckgürtel. Sie studierte Kulturwissenschaften in Frankfurt an der Oder und Ljubljana. Ihre Schwerpunkte waren Geschlechter Studien und Sprachphilosophie. 2009 gründete sie die anonyme Lesebühne Konzept: Feuerpudel. Unregelmäßig erscheinen ihre Texte auf Bühnen und manchmal in Zeitschriften. 2015 stand sie auf der Shortlist des Literaturpreises Write&Read der Jungen Verlagsmenschen e.V., 2018 erhielt sie den Literaturförderpreis der Gruppe 48. Aktuell arbeitet sie in einer gemeinnützigen Organisation und als freie Autorin für das arabisch-deutsche Gesellschaftsmagazin Al Ard. Sie lebt inzwischen in Berlin.

Wann schreibst Du am liebsten?
Immer dann, wenn es eigentlich nicht passt.
Wenn ich unterwegs bin.
Wenn es keiner mitkriegt.

Wer liest Deine Texte zuerst?
Meistens Christian, stirnrunzelnd.

Was bedeutet Literatur für Dich?
Hingucken, festhalten.

Was wäre, wenn Dir jemand die Möglichkeit zu Schreiben wegnähme?
Ich nehme sie mir regelmäßig selbst weg, es endet immer mit Zoff.

Was würdest Du anders machen, wenn du wüsstest, dass Dich niemand beurteilt?
Abgedroschene Redewendungen verwenden, bis die Schwarte kracht.

Dein gegenwärtiger Geisteszustand?
Schwummrig.

Erster Satz Deines open mike-Textes?
Ein Mädchen mit runden Wangen.

Schon aufgeregt vorm Auftritt? Wie bereitest du dich vor?
Richtig hart aufgeregt. Ich lese und lese laut und so lange, bis der Nachbar nebenan klopft und fragt, ob ich spinne.

Dein aktueller Buchtipp und warum?
»Citizen: An American Lyric« von Claudia Rankine. Der ist gar nicht mehr so aktuell, könnte aber nicht aktueller sein.

Schick uns ein Bild von Deinem Lieblingsarbeitsplatz und schreibe etwas dazu.
Der wechselt ständig, im Frühling war es Charlottes alter Tanzsaal: Der Mai ist laut und feucht, kondensiert gegen die Scheibe. Es riecht nach Regenwasser, Kirschschnaps, Tanzschweiß. Um mich herum knackt das Holz dunkel und stumpf.
Ich spiele die letzten drei funktionierenden Tasten des Klaviers, Pling, Plung, Plong, bilde mir ein, dass das Grammophon dazu heimlich einen kleinen Mucks macht.

Angie Volk wurde ausgewählt von Martina Wunderer.