Elena Fischer

Elena Fischer
Elena Fischer (Foto: © Andrea Schombara Fotografie)

Wann schreibst du am liebsten?
Wenn ich keine Erwartungen an mich und den Text habe. Wenn sich schreiben wie spielen anfühlt. Wenn ich loslassen kann. Wenn mein Baby schläft.

Wer liest deine Texte zuerst?
Unterschiedlich. Mein Mann. Freundinnen, die auch schreiben. Wenn ich mit einem Text sehr zufrieden oder sehr unzufrieden bin, entlasse ich ihn die Welt.

Was bedeutet Literatur für dich?
Das eigene Denken und Fühlen zu erweitern. Freiheit, Inspiration, Freude, Magie.

Was wäre, wenn dir jemand die Möglichkeit zu Schreiben wegnähme?
Weiterleben. Aber ich würde mich weniger lebendig fühlen.

Was würdest du anders machen, wenn du wüsstest, dass dich niemand beurteilt?
Immer sagen, was ich denke. Also noch öfter, als ich es ohnehin schon tue. Mich dann aber besser damit fühlen.

Dein gegenwärtiger Geisteszustand?
Herbstlich. Zerstreut.

Erster Satz deines open-mike-Textes?
Letzten Sommer starb meine Mutter.

Schon aufgeregt vorm Auftritt? Wie bereitest du dich vor?
Noch nicht, kommt aber. Lesen. Visualisieren. Atmen.

Dein aktueller Buchtipp und warum?
Schreibtisch mit Aussicht
von Ilka Piepgras. Weil großartige Schriftstellerinnen einen Einblick in ihr Arbeiten geben – mit Kind und ohne.

Schick uns ein Bild von einem Ort oder Gegenstand, der dich zuletzt zum Schreiben animiert hat.

Elena Fischer, geboren 1987, Studium der Literatur- und Filmwissenschaft in Mainz, Teilnehmerin der Darmstädter Textwerkstatt 2019 und 2020 unter der Leitung von Kurt Drawert. Zuletzt erschien ihr Beitrag dorfsommer in der Literaturzeitschrift Der Maulkorb. Blätter für Literatur und Kunst. Zurzeit arbeitet sie an ihrem ersten Roman. Elena Fischer wurde ausgewählt von Annika Spiegel.

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Astrid Gläsel

Astrid Gläsel
Astrid Gläsel (Foto: © Josef Kaiser)

Wann schreibst du am liebsten?
Wenn im Kopf genug Raum frei ist.

Wer liest deine Texte zuerst?
Ela, Josef und Gine. Die drei können Ehrlichkeit und Wertschätzung so gut austarieren, das bedeutet mir viel.

Was bedeutet Literatur für dich?
Fluchtraum und Schutzraum. Erkenntnis und Empathie. Aber auch Auslöser oder Verpackung für Wut und Angst.

Was wäre, wenn dir jemand die Möglichkeit zu Schreiben wegnähme?
Es wäre alles ziemlich leer und einsam. Ich hoffe, ich würde mich mit anderen verbünden und dagegen auflehnen. Und vielleicht laute Selbstgespräche führen? Schwierige Frage.

Was würdest du anders machen, wenn du wüsstest, dass dich niemand beurteilt?
Ziemlich viel vermutlich. Auf jeden Fall häufiger nackt baden.

Dein gegenwärtiger Geisteszustand?
Hungrig.

Erster Satz deines open-mike-Textes?
Ludo ist dünn und biegsam wie eine Wäscheleine.

Schon aufgeregt vorm Auftritt? Wie bereitest du dich vor?
Ja, sehr. Ich öffne mein Textdokument und schließe es wieder. Der nächste Schritt wird wohl das Ausdrucken sein.

Dein aktueller Buchtipp und warum?
Vor Kurzem gelesen und geliebt: Wir haben Raketen geangelt von Karen Köhler.

Schick uns ein Bild von einem Ort oder Gegenstand, der dich zuletzt zum Schreiben animiert hat.

Astrid Gläsel, geboren 1993, wuchs in Dresden auf und studierte Politikwissenschaften in Berlin. Sie forscht zur sozial-ökologischen Transformation, schreibt Prosa und erhielt 2020 den Förderpreis der Wuppertaler Literatur Biennale. Astrid Gläsel wurde ausgewählt von Annika Spiegel.