In der Literaturbranche sind Triggerwarnungen in Verbindung mit literarischen Texten ein großes Thema. Beim diesjährigen open mike und den aktuellen Texten kommt die Frage auch hier auf. Wie wichtig ist es, sie voranzustellen? Brauchen wir sie wirklich?

Triggerwarnungen (abgekürzt mit beispielsweise TW oder CW, Content Warning) verkünden mögliche Trigger in den folgenden Texten, Filmen, Stücken oder ähnlichem, die so drastisch sind, dass sie traumatisierte Personen retraumatisieren könnten. Damit sollen betroffene Personen geschützt werden. Sie können selbst entscheiden, ob sie sich dem Thema aussetzen wollen, oder eben nicht.

Mögliche und häufige Triggerwarnungen sind zum Beispiel:

  • Explizite Darstellung oder Erwähnung körperlicher, seelischer oder sexualisierter Gewalt
  • Suizid
  • Essstörungen und Süchte (Alkohol, Drogen, Zwänge etc.)
  • Rassismus, Sexismus, Homo-/Inter-/Transfeindlichkeit, Misogynie, Ableismus und weitere Diskriminierungsformen

Oft werden TWs kritisiert, als überempfindlich und unnötig empfunden. Wie so oft bei solchen Themen ist aber die offensichtliche Gegenfrage: Wieso sollten wir denn Triggerwarnungen NICHT verwenden? Wer würde sich daran wirklich stören und wieso?

Wenn wir es schaffen, betroffene Menschen vor belastenden Inhalten zu schützen und einen Raum zu schaffen, in dem sich alle sicher, geschützt und gesehen fühlen können, dann ist schon ein großer Schritt getan.

Also ja, Triggerwarnungen sind hier beim open mike, wie auch in jeglichen Romanen und literarischen Texten, die auf dem Buchmarkt erscheinen, eigentlich ein Muss – und Laura Anton geht da mit ihrer CW, die sie ihrem Text Holzhausen voranstellt mit gutem Beispiel voran. Der Schutz einzelner Personen muss über dem ästhetischen Empfinden einer nicht betroffenen Mehrheit stehen, die die Warnungen vielleicht als überflüssig empfinden mögen.